Baden im See

10. Juli 2013

Eigentlich liegt der See in Baden. Und zwar so richtig. Deswegen ist das Baden im See auch ganz besonders toll und der Witz inzwischen auch ziemlich lahm.

Die Fahrt nach Kehl hatte es gehörig in sich. Der Durst gegen Ende war dann auch dementsprechend immens. Das Ärgernis über die badischen Biergärten war ebenso groß. Und zwar als ich erfuhr, dass diese kein Bier zum mitnehmen verkaufen – Was soll das? Schließlich wollte ich zum Baggersee, wo Michi schon auf mich wartete. Und ein kühles Bier ist da Pflicht! Also halt doch: Tankstellensuche. Und das nach 90 km (Anmerkung des Verfassers: Inzwischen wär mir das Wurscht, aber am zweiten Tag war mir das alles andere als Wurscht.) Als das also erledigt war, musste ich erst mal Michi finden, der sich irgendwo zwischen den Weizenfeldern und Baggersee hinter nem Pseudo-Sperrgebiet, das auch noch verschlossen war (irgendwie logisch), verkrochen hatte. Der einzige Zugang war ein kleiner Buckel mit etwa 45° Steigung. (Tut nicht weh, is klar, doch wenn man hinterrücks wieder runterfliegt weil der Schwerpunkt vom Fahrrad nicht da ist, wo man ihn erwartet, tuts weh. Oder zumindest tuts in Gedanken weh, während man am Buckel steht und vergeblich versucht mit Hilfe von ausgeklügelten Brems- und Schritttechniken das Fahrrad zentimeterweise vorwärts zu bringen.) Ich überspring jetzt mal einen Teil mit dem Baden im See und fahre da fort, als mir Michi gegen später im Kehler Biergarten mitteilte, wir müssten jetzt sofort los. Klar, ich hatte auch Hunger, aber wozu die Eile? Die paar Bier, die paar Wein – wie schlimm kann das schon sein? Nun denn: Zahlen bitte! Die anfängliche Ankündigung von Michi, er würde mich gerne auf eine Runde Weisswein einladen, machte dann plötzlich eine 90° Kehrtwende und ich sah mich stattdessen mit ein paar schweizer Münzen konfrontiert, die mir Michi mit den Worten zuschob: „Hier, 4 Fränkli. Die kannst du in des Schweiz gut brauchen. Davon kannst du dir in jedem Fall schon mal 2 Bier kaufen.“ In jedem Fall konnte ich mich an diese Worte ein paar Tage später in der Schweiz, bei dem Versuch ein Bier zu kaufen, auf ganz besondere Art und Weise erinnern.

Baden im See verboten!
Der Abend nahm also seinen weiteren Lauf, Michi radelte mir im Kehler Park im Dunkeln davon und landete in irgendeiner Hecke während ich vergeblich an einem der vielen Rathäuser (weswegen es laut Michi auch unmöglich war, mich zu finden) auf ihn wartete. Das Fahrradnavi war dahingegen etwas hilfreicher und so trafen wir kurze Zeit später dann doch noch vor seiner Haustür aufeinander. Und dann gabs auch was zu Essen! Endlich! Mjamm!

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