Chanaz – Das ZIP-File Barcelonas

17. Juli 2013

„Uuuh“ ist wohl genau das richtige Wort um alles hier zu beschreiben. Angefangen morgens, wenn es heißt, „Uhhh, jetzt schon aufstehen?“ bis nachmittags, wenn es heißt, „Uhhhh, jetzt denn schon das erste Bier?“, bis spät in die Nacht, wenn es heißt, „Uhhhh, jetzt dann lieber doch das letzte Bier.“ Das Garance Reggae Festival ist sicherlich zu empfehlen. Alles cool hier: die Leute sind cool, die Musik ist cool, die Stimmung ist mehr als cool. – Bis auf die Wege, auf denen man sich ständig verirrt und die Oberflächentemperatur dieser Wege (insbesondere wenn man ohne Schuhe unterwegs ist).

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Nach meinen letzten Eskapaden während des Heimwegs hab ich gedacht, dass krieg ich das zweite Mal sicher besser hin. Großer, ganz großer Irrtum. Irgendwo hab ich dann doch die falsche Abzweigung auf dem Heimweg genommen und außerdem völlig selbstsicher unterwegs ein paar umherirrende Seelen aufgelesen, nur um dann festzustellen, dass man sich mitten im Nirgendwo irgendwo in den Weinfeldern befindet. Lustigerweise gibt es immer ein paar Trottel die einem hinterherlaufen, in der Hoffnung, man wüsste schon wo’s hingeht. Die sind dann aber meistens nicht schlecht erstaunt, wenn man auf der Strecke einfach halt macht, umkehrt und sagt „Ich hab doch überhaupt kein plan wo’s langgeht. Selber schuld wenn ihr mir hinterherdappt.“ Schließlich fand ich irgendwann meinen Weg querfeldein durch die Weinfelder doch noch nach Hause. Fürs Garance Reggae Festival nehme man sich also am besten ein Navi mit – unübertrieben. Selbst als ich etwas später bei meinem Zelt ankam und die Nachbarn fragte, was sie denn so den ganzen Abend getrieben hätten, war die Antwort: Nun ja, wir haben versucht das Zion Garden Festival zu finden, aber nach einer Stunde haben wir aufgegeben und sind zurück zum Zeltplatz. – Aha! Das spricht wohl für sich selbst und bringt mich gleichzeitig aus diesem Schlamassel heraus, ich sei wohl lediglich zu betrunken gewesen, den Heimweg zu finden. Irrtum. Andere finden nicht mal hin. Hahaa!

ChanazNun denn, zurück zum Text. Eigentlich bin ich ja noch ganz am Anfang meiner Reise, irgendwo hinter der französischen Grenze und musste mich wirklich so manches Mal fragen: „Leutem, warum müsst ihr eigentlich immer dann eure Brücken sperren, wenn ich mit dem Fahrrad mal darüber möchte?“ So auch an der Rhone, nähe Chanaz oder so ähnlich. Wie ich dann, dank meiner Umwege feststellen durfte, war Chanaz ein kleines, durchtriebenes Örtchen voller Touristen, die sich mal hier mal da ein Boot mieteten, um damit auf dem Kanal ne Runde zu drehen. So entstand ein etwas surrealistischer Flair voller alter Häuser und Boote und eben Touristen, die sich zwischen dem Allen rumtrieben. Das alles in einer Dichte, wie ich sie davor noch nie erlebt hatte. Würde man Barcelone in eine ZIP-File komprimieren, hätte man vielleicht ein ähnliches Ergebnis. Nach ein oder zwei Umwegen hatte ich dann endlich selbst einen Weg über den Kanal gefunden und radelte schnell weg. Hatte schon damit gerechnet, ich müsse mir für dieses Unterfangen auch ein Boot mieten. Vor mir fuhr dann die nächsten Kilometer ein Laster beladen mit jeder Menge ungesicherter Holzwolle, die mir immer an und wann ins Gesicht flog und die Sicht etwas trübte. Ein Spaß war das!

Rhone oder AinYo man! You see the rhone! Me I see the rhone! Mee I pass the rhone! Plusieurs fois. Le rhone. Et l’ain. (Wenn ich nur wüsste wo sich ein Apostroph auf dieser blöden Tastatur befindet – ich hab kein Apostroph, dafür 2 @-Zeichen und einen Haufen anderen Krimskrams den ich nicht brauch.) Ich wusste gar nicht mehr welcher Fluss, welcher ist, nur dass zwischen jedem ungeschickterweise ein Berg war.

Hütte in den BergenEine Hütte in den Bergen. Um genau zu sein am Hang. Man frage sich, wie man früher wohl das Baumaterial an diese Stelle gebracht hat und vor Allem, was man an dieser Stelle überhaupt wollte, das man ne Hütte genau da hin gebaut hat?

Hütte nicht in den BergenEine Hütte, nicht in den Bergen.

Mein ArbeitsplatzUnd das ist mein Arbeitsplatz (sozusagen) wie man ihn sich vorstellt: links ne Kerze, rechts n Rose und in der Mitte der ganze Rest.
Um die Sache jetzt noch völlig zu verkomplizieren (denn ihr habt sicherlich schon gemerkt, dass ich ab und zu mit absolut aktuellen Begebenheiten um mich werf, während ich im Folgenden wieder chronoligisch mit dem fortfahre, um was sich jeder Beitrag eigentlich drehen sollte), hier also der Link, zu dem Teil des Blogs, der in einem Anfall von Live-Berichterstattung genau auf dieses Bild hier Bezug nimmt: https://fernerleben.de/von-freiburg-bis-zur-grenze/

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