La Fete de la Musique

18. Juni 2016

Tag 8 – Vom Lac de Paladru nach St. Etienne de St. Geoirs

Unsicherheit. Die Unsicherheit darüber, ob ich an diesem Tag wirklich weiter Richtung Roybon fahren sollte oder nicht. Der Wetterbericht verhieß nicht gerade das beste, auch die Einladung zum musikalischen Abend von Stephane ließ sich nur schwer ausschlagen und die Versuche über das mehr als fehleranfällige Wifi des Campingplatzes ein paar Posts hochzuladen taten ihr Übriges dazu. – Ich fuhr also weiter.

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Unterwegs begegnete ich mehrmals einer hübschen, blonden Rennradfahrerin und wäre ihr am liebsten noch etwas weiter hinterhergeradelt, allerdings führte sie ihr Weg irgendwann definiv nicht mehr in meine Richtung und so war auch das ein schnelles „Goodbye“.

Wegweiser
Auf dem Weg nach Roybon machten sich mehr und mehr die landestypischen, französischen Wanderwegweiser breit. So durfte ich frohen Herzens mal wieder bemerken, dass ich mich wohl immer noch auf dem Jakobsweg befinde, obwohl ich da ja wie bereits angekündigt während der ersten Etappe nicht viel Wert darauf lege. Umso so schöner ist es, wenn einen die Streckenplanung doch ab und an wieder auf denselben verschlägt.

Nebenbei sei gesagt: Das viele Wege nach Rom führen ist ja allgemein bekannt. Dass es allerdings von hier aus nur 200 m in der Richtung von Santiago de Compostella liegt, ließ mich ein bisschen an der Vetrauenswürdigkeit meines Navis zweifeln. Egal. Rom soll sich breit machen wo es will. Heute geht’s zur Fete de la Musique nach Roybon. So zumindest der Plan.

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2-Bar-Situation
Der Plan endete an einer klassischen 2-Bar Situation in St. Etienne de Saint Geoirs. (Mannomann! Gleich 2 Heilige in einem Ort! Ganz klarer Rekord!) (Das Foto entstand übrigens am nächsten Tag.) Der Regen über den Bergen vor Roybon schien immer dichter und ungemütlicher zu werden und auch vermeintliche Unterschlupfmöglichkeiten waren auf der Karte nur spärlich gesehen. So entschied ich mich auf einen Kaffee einzukehren um das Wetter etwas abzuwarten und mir bei Gelegenheit den Rat der Einheimischen einzuholen. Wie anno 2014 in Portugal entschied ich mich abermals für die linke Bar. – Was mir damals einen Abend mit wahnsinnig hübschen Portugiesinnen auf einem Festival bescherte, brachte mir dieses Mal, außer dem Kaffee, eine Übernachtungsmöglichkeit inkl. Abendessen und gemeinsamer Feierei auf der örtlichen Fete de las Musique ein. – Allerdings nicht ganz ohne körperlichen Einsatz meinerseits. Denn nach einem kurzen Plausch mit dem Sohn Antonin der Barbesitzerin Claudie, war mir klar, er braucht meine Hilfe – eventuell sogar mehr als ich eine Übernachtungsmöglichkeit. Es war Samstag und am Montag würde die Familie seiner Freundin aus Finnland für eine Woche zu Besuch kommen. Bis dahin galt es noch eine komplette 2-geschössige Wohnung zu renovieren. Als ich dazu stoß, wurden gerade die Klos eingebaut. Also bot ich ihm meine Hilfe an und machte mich gemeinsam mit Arthur, einem Kumpel von Antonin, ans Werk ein wirklich mehr als kompliziertes Bett aufzubauen. Ein sehr Ikea-lastiges Wochenende, wenn man es so sagen darf. Eigentlich schade, dass seine Freundin Suvy nicht aus Schweden stammte. Wäre irgendwie passend gewesen.

bei Antonin
Es war ein wunderschöner Abend mit neugewonnenen Freunden und als er gegen 3 Uhr nachts so langsam im Hinterzimmer der Bar dem Ende entgegen driftete, beschloss ich Antonin meine Hilfe auch noch für den nächsten Tag anzubieten, wo mich bereits ein Schrank und eine Duschkabine erwartete. Darüber hinaus war am nächsten Tag in Frankreich Vatertag und die Familie war mittags zum Essen zu Besuch. Ich fühlte mich wunderbar integriert und konnte nun für mich im allgemeinen feststellen: Jetzt bist du in Frankreich!

Ich freue mich wirklich über diese wundervolle Begegnung! Ein riesengroßes Danke an Antonin, Suvy und an die Freunde und Familie!

Und Leute, merkt euch eins: Wenn ihr jemals vor zwei Bars stehen solltet und nicht wisst, in welche ihr gehen sollt. Die linke ist es. Ganz sicher.

 

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