Hochwasser ahoi!

16. Juni 2016

Tag 6 – Von Seyselle nach Saint-Genix-sur-Giers

Dieser hübsche Tag verwöhnte michvor Allem mit einem: der ständigen Unwissenheit darüber, ob es denn nun regnen würde oder nicht. Mirna’s mexikanische Spezialität hielt, wie ich feststellen konnte noch gut als Frühstück her, kombiniert mit Baguette mehr als nahrhaft. So machte ich mich auf den Weg, die obere Rhone hinunter oder den des Ains. – So richtig weiß ich das immer noch nicht zu deuten. Zu verwirrend sind die einzelnen Beschilderungen. Mal ist man wieder auf der Via Rhone, mal deutet alles auf den Ain hin. Scheiß drauf! Fluss ist Fluss. Und immerhin hab ich es dieses Mal ob einer besseren Planung geschafft, die ganzen Hügel zwischen den beiden auszulassen.

Hochwasser
Zwar wirft Frankreich in diesem Abschnitt allerlei Radstreckennetze wirklich mit den selbigen um sich. (Kein guter Satz. Egal.) Dennoch scheint die Frage angebracht, inwieweit sich ein Fahrradweg, der auch noch ob der Beschilderung als Jakobsweg durchgeht, sich an die Rhone gesellen darf ohne ernsthaft von etwaigen Hochwassern betroffen zu sein. Man mache sich einfach selbst ein Bild davon. – Ich jedenfalls hab mir lieber schon mal vorab die Schuhe ausgezogen, um nicht etwa bei einem raschen Abstieg noch nasse Latschen zu kriegen. Abenteuerlich war’s allemal!

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Was soll ich sagen? Wettertechnisch war der Tag sicherlich bescheiden. Was der ganzen Strecke in ihrer Pracht aber sicherlich nichts abtat. Chanaz war allen bisherigen Urteilen zu trotz ein recht beschaulicher Fleck, sieht man mal von den ganzen Mini-Kreuzfahrten auf dem Kanal ab. Ich finde auch in diesem Zusammenhang ein Foto von Chanaz nicht gerade erwähnenswert. – Das letzte vor drei Jahren trifft die Eigenart dieses Ortes sicherlich um vieles besser. (Wenn ich mal Familie hab, mach ich mit ihr in Chanaz Urlaub. Soviel steht fest. Und spätestens dann werde ich auch herausfinden, was diesen Ort zu einer dermaßen touristischen Attraktion macht.)

Hochwasser
Der Weg führte an diesem Tag noch über diverse überflutete Wehranlagen. Wenn man einen Blick hinein wagte, sah das Wehr am Rhein anno vor ein paar Tagen schlicht aus wie ein feuchter Abklatsch dessen, was Wassermassen wirklich zustande bringen. Ganz Mitteleuropa scheint wohl gerade mit Regen gesegnet zu sein.

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Alfred mit Hintergrund
Trotz aller guter Vorsätze kam auch dieser irgendwann und gesellte sich zu mir (?). Der Plan in dem nächsten Dorf auf einen Kaffee einzukehren scheiterte schlicht und ergreifend an dem Dorf. Es gab keinen. Abgesehen davon konnte ich meine Route ein bisschen an den Bergen vorbei optimieren und so gelangte ich noch vor Einbruch des größten Schlamassels nach St. Genix sur Giers, wo ich in dem örtlichen Campingplatz einzukehren gedachte.

Wie auch anderswo, so hatte sich auch die Infrastruktur in St. Genix geändert und es hatte sich neben dem Campingplatz ein kleiner Netto breitgemacht. Ob der spärlichen Zeit, die bis zum Ladenschluss abermals verblieb, entschied ich mich außer für einen Rose (gleich einer Wolke???) (Whatever.) für das Essen vom Vorabend nur mit ordentlich mehr Zutaten. Danke Mirna! Nochmal.

Bier vom Nordkap de Calais
Während dann der eine oder andere Regenguss auf mich herunter prasste, ich den Abend gebührlich mit einem Bier vom Nordkap de Calais begoss und meine Eiswürfel mottogerecht vom Eisblock herunterschlug, machte sich irgendwann die Vermutung breit, dass eventuell ein interessantes Fußballspiel anstehen würde. Ein kurzer Blick in das Public Viewing Zentrum des ansässigen Campingplatzes… und ich entschied mich spontan dazu erst mal zu Ende zu kochen. – Die letzten 20 Minuten wollte ich aber schon mitkriegen. So ließ ich das heiße Essen in dem Topf und gesellte mich schnelle noch in das Zelt hinein, wo schon zwei andere Jakobsweg-Pilger warteten und sichtlich erleichtert über das (im Gegensatz zum Fußballspiel) abwechslungsreiche Gespräch waren.

Fussball
Eine wahnsinns Stimmung beim Fußballspiel Deutschland gegen Polen!

 

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