Nichts von Bedeutung

21. September 2016

Von Fortuna de Los Baños bis nach El Berro

Von Fortuna aus machte ich mich auf den Weg zur Sierra Espuna. (Man verzeihe mir den fehlenden Kringel auf dem „N“. – Ihn hab ich bis heute auf meiner Tastatur noch nicht entdeckt und es inzwischen mehr oder weniger aufgegeben, noch weiter nach ihm zu suchen. Manchmal kopiere ich ihn aus dem Internet. Aber nicht immer.) Im Landesinneren Spaniens wimmelt es eigentlich nur so von Sierras, die bekannteste darunter ist sicherlich die Sierra Nevada, auf die ich mich in ein paar Tagen (so Gott will) stürzen werde.

Wüste
Was soll ich nun also groß schreiben, außer dass es für mich an diesem Tag abermals durch endlose, trockene Landschaftszüge ging. Ich habe ja durchaus ein Fabel für die Wüstenregionen dieser Erde. – Wo sie sich allerdings mit der örtlichen Landwirtschaft vermischen, wirkt selbst eine noch so ansehnliche, trockene Gegend eher ausgelaugt. – Als hätte man der Wüste dort noch all jenes genommen, was eine Wüste so wüstenhaft macht. Das wäre im Grund genommen nichts. Aber wo nichts ist, wie will man diesem Nichts noch etwas abverlangen?

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Fährt man von Murcia bis zur Sierra Espuna und etwas später weiter nach Lorca, bekommt man einen kleinen Eindruck davon. Dort wo die Wüste noch Wüste ist, blüht sie geradezu vor Leidenschaft. Wo man ihr allerdings versucht eine ordentliche Portion Landwirtschaft hinzuzufügen, verfliegt die ganze Wüstenromantik. Das Ergebnis kann man zumeist unter riesenhaften Gewächshaus-Planen bewundern, die wohl einerseits für ein milderes Klima sorgen sollen und andererseits sicherlich auch genau für das Gegenteil. – Ich habe ehrlich gesagt immer noch nicht verstanden was es damit wirklich auf sich hat, welchen Sinn es denn nun im Genauen verfolgt. Fakt bleibt: Hübsch anzuschauen ist es nicht.

Briefkästen
Irgendwo hatte jemand einen Haufen Briefkästen in die Landschaft gestellt. Als Postbote hat man es gut in diesem Land.

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Blick auf die Sierra Espuna
Die Sierra Espuna erreichte ich mehr oder weniger in El Berro (nicht zu verwechseln mit El Perro), wo ich mich auf dem örtlichen Campingplatz niederließ. Ein recht hübsches Plätzchen, machen dort die trockenen Felder doch so langsam wieder Pinien-bewachsenen Berghängen Platz. El Berro ist zudem ein wirklich beschauliches Dorf. Am Berg gelegen, bietet es einem trotz seiner abgeschiedenen Lage alles, was das Herz begehrt: ein paar kleine Tante-Emma-Läden, ein paar Restaurants, herzensgute Menschen und ein Campingplatz mit ordentlich Wlan (trotz der Lage etwas abseits vom Schuss). Wenn ich mich recht erinnere, haben mir ein paar Radfahrer, die mir auf dem Weg dorthin begegnet sind, frohen Sinnes einen „Buen Camino“ zugerufen. – Irgendwie hatte ich diese Floskel, jetzt wo ich sie wieder hörte, fast schon vermisst. Ob ich jetzt auf dem Camino bin oder nicht… es hat mich gefreut diese paar kleinen Worte zu hören. Außerdem gab es mir die nötige Motivation für die restlichen Kilometer bergauf.

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