Powertag

Tag 5 – Von Solothurn nach Lausanne

Ich möchte diesen Tag mal ohne große Umschweife mit „Powertag“ bezeichnen. Um 7 ging es raus aus den Federn, Duschen, Kaffee und Arbeiten bis der Laptop-Akku in die Knie ging. An was ich in weiser Voraussicht nämlich nicht gedacht hatte, waren die etwas eigentümlichen Steckdosenformate in der Schweiz. Nun denn, man lernt nie aus. Viel mehr Zeit wäre eh nicht geblieben, denn gegen 11 Uhr musste ich langsam aber sicher in Richtung Lausanne aufbrechen um dort noch zu genehmer Urzeit anzukommen. Es stand mir die bisher längste Etappe von knapp 130 km bevor.

Ein Guarana-Ovomaltine als Energiegetränk und ein Abschiedsfoto von Solothurn später befand ich mich auch schon wieder in meinem Fahrrad-Flow. Es gibt dann wirklich nicht mehr viel, was einen umgibt, außer vielleicht das stetige Vorankommen, der Verkehr, die Sonne, die nächste Rast und ab und an irgendwas kaltes zum Trinken.

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Die nächste Rast ergab sich spontan just in jenem Moment als ich mir was kaltes zu Trinken gekauft hatte auf der Bank eines Erdbeer-Verkauf-Standes von der etwas rustikaleren Sorte. Mit einer leckeren, kalten Coke in der Hand beäugte ich das ganze interessiert…

Wie uns Lea S. hier netterweise auf einem selbstgemalten Plakat erklärt, sind die Erdbeeren sehr lecker. Man solle sich einfach welche pflücken und dann auf der vorhandenen Waage im Zelt abwiegen. Gesagt getan, das kann doch nicht so schwierig sein!

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Einziges Problem: Wo sind die Erdberen? – Nach einem 10-minütigen Streifzug meinerseits durch die kahlgefressenen Erdbeerfelder kam ich mit einer Ausbeute zurück die laut Adam Riese nicht mehr als knappe 15 Rappen wert war. In Anbetracht des höchstkomplizierten Umrechnungskurses, der Tatsache, dass ich eh nur Euros in der Tasche hatte und meinem Widerwillen mir das nötige Wechselgeld in Schweizer Rappen aus der leeren Kasse zu nehmen, aß ich die Erdbeeren einfach schnell auf und tat so als wäre nichts gewesen. – Aber lecker waren sie! Da muss man Lea schon recht geben.

Es war heiß. Höllisch heiß an jenem Tag. Jeder Brunnen unterwegs war mir höchst willkommen und musste erstmal zur Abkühlung meines überhitzten Kopfes und daraufhin zur Stillung des gröbsten Durstes herhalten. Glücklicherweise haben in der Schweiz nahezu alle Brunnen Trinkwasserqualität.

 

Der letzte Berg des Tages kündigte sanft aber deutlich mit einer gemütlichen aber dennoch soliden Steigung an. Nicht gerade wenige Kilometer sollte mich diese noch begleiten. Irgendwann entschied ich jedoch, dass mir der Abendverkehr für einen Aufstieg entlang der Hauptverkehrsstraße nach Lausanne doch zu ungemütlich wird und bog ins Hinterland ab. Dort verfranzte ich mich dann ein wenig, wie man das im Hinterland eben so macht. Als Ergebnis hatte ich nicht nur einen Berg zu bewältigen sondern viele kleine.

Als weiteres Ergebnis hatte diese Abenteuerlaune meinerseits mir dann doch noch kurz vor knapp den nötigen Zeitpuffer gekostet, um noch rechtzeitig, wie angekündigt, bei Max in Lausanne anzukommen. Wo (und das war mir zu diesem Zeitpunkt auch neu) sein Vater uns zum Essen in einem Restaurant erwartete. Ups. Tja, mit leichter Verspätung hat dann auch auch das geklappt. Das Essen war sehr lecker und dank der väterlichen Einladung auch gar nicht teuer.

Eigentlich wollte ich ja hier in die Runde fragen, ob jemand weiß, was diese komischen Antennen auf dem Bild sollen, die mir inzwischen bereits desöfteren in der Schweiz begegnet sind. Dann hab ich mir überlegt, dass ich mit einer Antwort von euch wohl erst dann rechnen kann, wenn meine Fahrradtour bereits zu Ende ist, mein Blog super bekannt ist und mich das Thema eigentlich nicht mehr wirklich interessiert. Drum hab ich die nächstbeste Person, die mir über den Weg lief, einfach selbst gefragt und folgendes herausgefunden: Es sind keine Antennen. Eigentlich hat das Ganze mit Antennen auch nur im entferntesten Sinne etwas zu tun. Es ist, hört hört, die „immaterielle“ Visualisierung eines Hauses, oder in diesem Fall, eines Gebäudekomplexes. – Ah ja. Genau. Wäre sicherlich meine zweite Idee gewesen. Und der Computer, der der Ansicht war, der Campingplatz sei bereits voll gewesen, der hätte mir sicherlich die gleiche Antwort gegeben.

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