Pyrenäen-Überquerung

7. August 2013

PyrenäenNachdem ich kurzzeitig hinter einer kleinen Strandortschaft, bevor die schroffe Felsküste, der Ausläufer der Pyrenäen beginnt, mal wieder mein Navi verfluchte, weil es der Meinung war, mit meinem ganzen Geraffel auf dem Rad könnte ich locker einen 45° steilen Trampelpfad bewältigen und sehr zum Wohle der Länge dieses Satzes alleine durch die Schubkraft zweier schmunzelnder Strandtouristen die kleine gemeine Anhöhe dann auch noch meistern ohne „demi-tour“ machen zu müssen, erblickte ich sie über den Dächern der kleinen, pittoresken Hafenstadt Collioure in ihrer vollen Pracht: die Pyrenäen (an dieser Stelle nicht ganz so hoch, aber dennoch hoch genug, sodass es ordentlich in den Schenkeln zwackt). – Mag jemand die Wörter zählen und mich vielleicht auf eventuelle grammatikalische Ungereimtheiten hinweisen? Nein? Ist vielleicht auch besser so.

CollioureWie schon gesagt: Collioure, die kleine, pittoreske Hafenstadt kurz vor der spanischen Grenze, wo einfach immer chronisch zu viel los ist und man deshalb mit dem Auto zu den Strand-Rushhour-Zeiten nur mühselig voran kommt. Mit dem Fahrrad sieht das Gott sei Dank ganz anders aus. Viel Zeit hätte ich eh nicht gehabt, hatte ich doch ein Rendezvous mit der guten spanischen Küche und in Collioure macht man den Cappuchino immer noch mit Kaffeesahne. Bäh! Also blieb es bei einem Foto quasi im Vorbeifahren.

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PyrenäenIch war ja wirklich sehr gespannt an welcher mir noch unbekannten Stelle mich mein Navi wohl die Pyrenäen überqueren lies Jedenfalls nicht do, wo ich üblicherweise mit dem Auto langfahr, soviel war klar. Irgendwo hinter Banyuls bog ich also ab in ein paar kleine verlorene Bergstraßen. Der angekündigte Höhenquerschnitt auf dem Display meines Smartphones verhieß jedenfalls nichts gutes. Man stelle sich in etwa die linke Hälfte eines „N’s“ vor. So sah das aus. Und die nette Botschaft auf der Straße am Anfang des Buckels missdeutete ich noch vergnügt mit dem Gedanken: „Was? Hier fängt also der Spaß an? Klar! In Spanien werd ich sicher viel Spaß haben! Hö hö hö.“ Etwa 500m weiter bergauf, nachdem ich beschlossen hatte dass Schieben hier nichts bringt, weil ich dann noch langsamer voran komme, wie wenn ich fahre, lies ich mir den Gedanken nochmal durch den Kopf oder vielmehr durch die Beine gehen. Mir ging dann mehr oder weniger ein Licht auf. … Noch etwas weiter oben, riefen mir entgegenkommende Autos zu: „Bald ist es vorbei! Daumen hoch!“ Und die letzten 500m wurden mit immer wiederkehrenden, auf die Straße gesprühte Motivationsprüche und kleine, aufgemalte Zahlen am Wegesrand eingeläutet: 500m… 400m… 300m… 200m… 100m… ….

…OUF! (stand da wirklich)

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Französisch/Spanische GrenzeDas liebe Leute ist die Spanische Grenze. Sie gefällt mir von allen bisher überquerten Grenzen am besten (sieht man mal von den Anti-Schwulen-Parolen ab): schlicht, klar sichtbar durch den unterschiedlichen Straßenbelag und mit Berg. So muss eine Grenze aussehen. …und nebenan nahmen ein paar Katalanen ihren Aperitif zu sich.

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