Restaurantkritiker in spe

9. August 2013

Hinterland Montgó bei EscalaAm nächsten Tag machte ich mich ausgeruht und dieses Mal mit Frühstück auf, endlich mal die Steilküste hinter Escala um den sagenumwobenen Montgó zu erkunden. Sagenumwoben deshalb, weil mir Michi, der vor einigen Sommern schon mal zwischen Karibik und Gomera in Escala einen Stopp einlegte und in der Chiringuito-Szene tätig war, desöfteren davon erzählt hatte. Sagenhaft war vor Allem der blaue Himmel (vielleicht auch ein bisschen dank dem Pol-Filter). Und sprachlos war letztendlich ich, als ich Alfred über elendlich langwierige Passagen mit viel zu großen Felsblöcken bewegte. Für seine überladenen Reifen musste sich das wie Messerstiche in die Haut anfühlen. Heute, so dachte ich, krieg ich noch nen Reifen zu platzen… – Der Weg wurde immer länger und das erhoffte Meer war noch lange nicht in Sicht. Die frühe Abfahrtszeit hatte sich inzwischen auch schon wieder relativiert. Aber das Wasser war dank optimierter Kühltechniken immer noch angenehm frisch und ich wollte unbedingt zur Küste vor…

inzwischen wieder gerade gerücktDeshalb hab ich, als ich das Meer dann endlich erblickt hab auch ein schräges Bild von mir aus einer Astgabel heraus gemacht…

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Alfred der Poser…und danach ein schönes Poser-Foto von Alfred.

Landschaft, SpanienUm euch zu zeigen, dass es sich auch mal lohnt in die andere Richtung als gen Meer zu blicken, noch dieses Foto. Landschaft.

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Reisfelder, SpanienUnd Reisfelder. Reisfelder?! Das hat mich zugegebenermaßen überrascht. Ich wusste nicht, dass in Spanien Reis angebaut wird. Doch sollte ich gegen später auf meiner Strecke noch über viel größere Reisfelder stolpern – im Ebro-Delta. Locker 350 Quadratkilometer voller Reispflanzen. – Das macht sich auch im Klima bemerkbar und es wurde nahezu tropisch schwül. Man schwitzte schon beim Frühstück und zum Abendessen gabs Moskitos. Doch dazu später.

kleines Dorf, SpanienHier hab ich mich mal kurz auf eine kleine Anhöhe in einem Dorf verfahren und dachte mir damit sich der Anstieg auch gelohnt hat, müsse ich jetzt zumindest ein Foto machen. Schön nich? Bitte ganz viele Likes!!!

Las PalamosGegen später am Tage kam ich in Palamos an. Das Vorhaben an diesem Tag noch nach Tossa del Mar zu fahren schminkte ich mir nach meinem felsigen Nachmittagsausflug ganz schnell ab. In Palamos lies ich mich hungrig in einem Chiringuito nieder, bestellte mir ’n Burger und ’n Bier, freute mich über ein gekühltes Glas und checkte erst mal die örtliche Campingplatzlage aus. Ergebnis: Bier hält zwar 5 min länger kühl aber Campingplatz ist mir mit Sonderangebot für 35 Euro die Nacht dann doch etwas zu herzhaft. Leute, ich scheiss auf eure Pools! Ich bräucht nich mal ne Dusche! Mir reicht auch n Eimer! – Außerdem zeigt die Erfahrung: Je teurer ein Campingplatz ist, desto durchdringender ist auch der Kinderlärm, der einen morgens aus den Federn reißt und (ganz wichtig!) desto früher schließt die Bar. Also suchte ich ein bisschen landeinwärts und stieß auf einen französischen Artgenossen für nur 20 €. Die freie Platzwahl fiel neben das Klohäuschen und eine improvisierte Lebensmittelladenbar rundete die Sache ab. Ich fühlte mich pudelwohl bis mir ein neugieriger Senior am nächsten Tag fast mein Handy aus der Toilette klaute. (?)

Abends machte ich mich mit Alfred auf, die überaus touristische Strandpromenade zu erkunden und entdeckte zwischen allerlei Ramsch ein ganz kleines, süßes, nett dekoriertes Restaurant mit Blick übers Meer und interessanter Speisekarte. Die charmante Bedienung verzweifelte jedoch daran, diese mir persönlich zu übersetzen, so lies ich mich quasi überraschen und bestellte erst mal nen Kaffee. Nachdem ich dann wohl den besten Thunfischsalat meines Lebens gegessen hatte, wurde ich immer wenn ich gerade gehn wollte vom Wirt auf ein Extra-Weinglas eingeladen (siehe in diesem Sinne den schon mal beschriebenen Tastatur-Restaurantkritiker-Effekt). Zudem gabs übersüßten Zitronenkuchen von ebensolcher Bedienung und einen nicht ganz durchschaubaren Verkupplungsversuch seitens des Wirts.  Wie sich jedoch schnell herausstellte war die nette Bedienung verlobt – mit einem Deutschen. Nun ja, vielleicht hatte auch ich da was nicht verstanden. Der Rotwein war jedenfalls der beste, den ich in Spanien jemals getrunken hatte. Zu dumm: Restaurantname und Rotweinmarke hab ich mir nicht gemerkt. Irgendwas mit Capitan. Die Bedienung hieß Laura.

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