Solothurn

13. Juli 2013

Das schweizer Städtchen Solothurn lädt zum Verweilen ein. Auch das Bier kostet etwas weniger als am baseler Flussufer und schmeckt außerdem um Längen besser.

Flussufer SolothurnDar mir das mit ständigen Falschinformationen zu blöd wurde und sich allem zu Trotz der Berg wie ein 800er anfühlte beschloss ich nach einem Bier am Flussufer in dem schönen Städtchen Solothurn zu verweilen und auf dem nahegelegenen Zeltplatz mein Camp aufzuschlagen. Außerdem hatte es Alfred ein buntes schweizer Stadtrad angetan und er war keinen Meter mehr weiterzubewegen.

Campingplatz SolothurnZelt aufbauen – gar nicht so einfach. Sollte man vorher halt auch mal üben, dann muss man sich vor Ort nicht fragen, was der Unterschied zwischen den Beiden Stangen ist, welche wo reinkommt und was es mit diesen komischen Ösen auf sich hat, in die beide Stangen werkseitig schon mal eingefädelt sind. Inzwischen lass ich die Ösen einfach weg und komme wunderbar mit Auf- und Abbau klar. @ Sarah: Nachdem ich zurück bin veranstalten wir ein Wett-Zeltaufbauen.

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Hinterm Zelt verlief direkt der Fluss. Vor dem Zelt, da stand ein anderes Zelt. Und vor dem anderen Zelt, in einem Haufen ausgebreiteter Reiseutensilien lag Frank und las ein Buch. Frank kommt aus Köln, hat schon allerlei Fahrrad- und Fußreisen hinter sich und ist auf dem Weg nach Rom um sich die sixtinische Kapelle nochmal anzusehn. Die hatte er das letzte mal als er dort war wohl einfach übersehen. Würde mir wahrscheinlich auch passieren. Sehenswürdigkeiten sind für mich grundsätzlich dazu da, übersehen zu werden.
Jedenfalls hatte man sich bei einem guten Solothurner Eigenbraubier bekannt gemacht, sich über die schweizer Preise ausgetauscht und ein bisschen von diesen und jenen Reisen mit besonderem Augenmerk auf die australischen Mücken und die Düfte die dort in der Luft liegen erzählt. Dann sind wir in die Stadt gefahren um, wie es der Zufall so will, eben dort ineinander zu fahren und festzustellen das Franks Bremsen ein bisschen zu gut funktionieren und die enormen Beschleunigungskräfte, die dadurch auftreten, einen schonmal vom Radel hauen können. Nachdem dann die schöne Terrasse am Flussufer einer fast schon mailändischen Pizzeria bis auf ein Liebespärchen unbesucht bliebt und der Rest des Klientels (inklusive uns) es vorzog mit einer dunklen Straßenecke vorlieb zu nehmen, beendeten wir den Abend mit einem Schwatz über bedingungsloses Grundeinkommen, Mehrwertsteuerschwindeleien an schweizer Grenzen und ich rechnete mir zusammen, dass die 30 schweizer Franken für den Campingplatz relativ gesehen eigentlich gar nicht so teuer sind, man müsse um nicht auszuflippen eh alles durch 2 Teilen und wäre dann bei einem anständigen Preis-Leistungsverhältnis. So würde auch das 7 Franken teure Bier am Rheinufer nur noch 3,50 kosten. Und mit diesen Preisen könne man ja allemal leben. – Alles sozusagen nur eine Sache der Einbildungskraft. Hat aber nicht wirklich gezogen (weder bei ihm noch bei mir).  Lediglich die Kilometerleistung ging erheblich in die Höhe. So hab ich mich für den nächsten Tag zum Wohle meines Geldbeutels und um das EU-Datenpaket, dass ich mir irrtümlicherweise in Basel für mein Handy zulegte, doch noch innerhalb der Wochenfrist auszunutzen, dazu entschieden mir fortan den Spruch: Schweiz – bei diesen Preisen muss du reisen! Auf die Stirn zu schreiben und bin am nächsten Tag kurzerhand 140km zu Max nach Lausanne geradelt. Dort gabs das Bier nämlich für schlappe 2 Franken – und zwar beim Chinesen.

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