Von Freiburg bis zur Grenze

12. Juli 2013

Hallooooo! Akku steht auf Halbmast, da ich heut nur 70 km statt den sonst üblichen 140 km gestrampelt bin (Spass – das war definitiv eine Ausnahme. Allerdings lädt der Herr Akku manchmal besser und manchmal schlechter. Oder ich leg einfach zu viele Pausen ein. Man weiss es nicht. Wie dem auch sei – abseits des Fotos eine kurze Positionsangabe: Ich befinde mich irgendwo zwischen Ober-Rhone und Ober-Ain und habe heute wie ein Bekloppter zwischen den Beiden Flüssen hin und her gewechselt bis ich davon irgendwann definitiv die Schnauze voll hatte, dem Gewitter FAST entkommen bin und mich auf einem Campingplatz etwa 20 km vor dem eigentlichen Ziel abgesetzt hab. Die allabendliche Nahrung war mehr roh als durch, drum spül ich sie jetzt mit einem Fläschchen Rose hinunter. Der Ort an dem ich mich befinde ist demzufolge nicht mal mir bekannt. Bis auf dass er ausnahmsweise wolkenbehangen ist, ganz im Gegensatz zu dem schönen Weinfeld auf dem Foto kurz nach Freiburg, auf das ich im Folgenden etwas näher eingehen werde: War wirklich ein schönes Weinfeld. Und so langsam waren auch die ersten Berge in Sicht. … Oh, hui – ich glaub ich muss mal kurz verschwinden.

FrühstücksbrunnenSo. Erleichtert schreibts sichs viel leichter. Ich muss dazu sagen, es hat schon etwas schönes, so nachts auf einer Bank irgendwo im Nirgendwo zu hocken, gemütlich ein Fläschchen Rose zu trinken, links brennt eine Kerze, rechts passiert nicht wirklich viel und von oben kommen ein paar Regentropfen, die sich hoffentlich in ihren Grenzen zu bewegen wissen, während ich mit einer Bluetooth Tastatur auf meinem Handy herumtippe. Es lebe das elektronische Zeitalter. Ich hatte noch nie einen so kleinen Computer mit einer verhältnismäßig sooo großen Tastatur. Aber für die nicht eingeweihten: Sie ist für mich wohl offensichtlich genauso wichtig wie ein ordentlicher Fotoapparat. Bis auf dass sie die blöde Angewohnheit hat nach einer kurzen Schreibpause, die ersten Buchstaben einfach zu vergessen und diese lieber irgendwo im Nirvana belässt. Aber es liest sich ja trotzdem. So. Prost! Der Sonnenbrand von gestern brennt übrigens immer noch und hatte garantiert nichts mit dem Wein zu tun. Ach so, das Bild. Ein Frühstücksbild. Schön nich. Laut der Notiz, die man auf dem Foto nicht sieht: an einem Brunnen am Brunnenwanderweg. Dieser ganz spezielle Wanderweg, der irgendwo in der Nähe Freiburgs verläuft (so wohl auch in Ebringen) hat sich die Tradition zu eigen gemacht, dass die ansässigen Bauern immer einen Haufen frisch gebrannten Schnaps in den kühlen Brunnen versenken. Ganz zur Freude der vielen Wanderer. Leider war ich wohl zur falschen Jahreszeit dort und der ganze Schnaps vom letzten Jahr war schon aufgeraucht. … Aufgebraucht (!) du blöde Tastatur – Nein ich hab dich lieb. Liebe Tastatur Liebe, lustige Tastatur. – Lieber nicht so viel Rose, hehe. Lalala 😀 – Ein schönes Ding da in Ebringen: Der ortsansässige Bäcker befindet sich genau neben dem ortsansässigen Metzger, und dazwischen gibts nen Brunnen ohne Schnaps, wie sich das gehört – genau richtig für ein Frühstück – An dieser Stelle noch kurz großen Dank an Max für die Kerze, die er mir mitgegeben hat weil ich meine zu Hause vergessen hatte – sie spendet mir ein sehr schönes Licht und bringt ein bisschen Abwechslung ins Tastatur-Tippen. Immer wieder dann, wenn der Wind sie ausbläst. Hmmmmm… Noch ein Gläschen Rose?

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Auf dem ersten BergDieses Bild entstand nach meinem ersten Berg. Ein Berg ist für einen Fahrradfahrer ein ganz besonderes Ding: Davor gehts rauf und oben angekommen (man staunt) gehts meist unerwarteterweise noch ein bisschen weiter bergauf und dann gehts wieder runter. Und das meistens viel zu schnell. Meistens fragt man sich aber auch: Bin ich wirklich soweit bergauf gefahren wie ich grade gemütlich bergab roll? Oder muss ich dann deswegen später noch weiter bergauf? Und: Hab ich auch sicherlich den richtigen Weg an der Kreuzung gerade eben eingeschlagen als ich bergab gerollt bin? Essentielle Fragen, meistens übertönt durch gute Musik aus dem MP3 Player.
Auf so Bergen hat man meist einen wunderschönen Blick auf: Weizenfelder; andere Berge; nichts; oder ein Schild auf dem steht, wie ernüchternd niedrig doch der Berg gerade eben war auf den man sich doch so mühevoll hochgequält hat. Aber wie gesagt: Die Abfahrt reist alles wieder raus – ist wie Snowboard fahren ohne Seilbahn, nur ohne Schnee.

Grenzübergang bei BaselWarum sieht man Fledermäuse eigentlich immer nur Nachts an den Laternen rumfliegen. Nachts, okay, is klar. An den Laternen, warum nich? Aber wär das nicht süß, wenn sich mal eine neben dir einfach so auf der Bank niederlassen würde und nach nem Brotkrumen Ausschau hält? So, wie die Spatzen in Lausanne. Nun, wahrscheinlich mögen Fledermäuse keine Brotkrumen.

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Die Grenze (harter Cut) zur Schweiz (uhhh, harter Cut) – mein Geld war urplötzlich nur noch halb soviel Wert. Und die Wohl verheisenden Worte von Michi bezüglich der 2 Bier für die 4 Franken absolut hinfällig. Ich kam nicht umher recht schnell festzustellen, dass ich für 2 Franken grade mal das Pfand für ein Bier berappen konnte. Vielen Dank auch. Aber ich bekams ja wieder, das Pfand. Ganz zu schweigen von den 7 Franken, die am Rheinufer in Basel ein Helles kostet (bei einem Wechselkurs von rund 1,17 Euro) ..sodann zum nächsten Bild…

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