Von zu viel Steinobst tut der Bauch weh

8. August 2013

Weil ich nachts aufgrund der späten Stunde kein anständiges Foto von der Mühle mehr hinbekommen hab, bin ich am nächsten Tag einfach nochmal dran vorbeigefahren. Ein Hin und Her ist das, dabei hatte ich mir doch vorgenommen keine Wege mehr doppelt zu fahren und diesen bin ich nun schon dreimal gefahren. Doch es lohnt sich. Wer hier in Spaniens Norden zufällig mal in Garriguella vorbei kommt, sollte keine Mühe scheuen und unbedingt in der Mühle einkehren. – Knoblauchbrot bestellen nicht vergessen! Ich habe leider selber Jahre gebraucht bis ich einigermaßen den Dreh raus hatte um dieses kulinarische Erlebnis auf Anhieb zu finden. Aber wer weiß schon, wo einen seine Wege so hinführen… Gute Überleitung zum gestrigen Abend, als mich meine Wege aufgrund erhöhter Lautstärke aus Richtung Campingplatz-Bar dann doch noch zu eben dieser geführt hatten. Da war ja noch richtig Halligalli! – Ich beobachtete ein paar Spanier, wie sie sich damit belustigten, den brutalen Gesetzen der Nahrungskette zu fröhnen. Nachdem sie sich nun selber die Bäuche voll geschlagen hatten, beäugten sie eine Motte in einem Spinnennetz, die, nachdem sie sich endlich befreit hatte, vor lauter Anstrengung an Erschöpfung starb. Eine traurige Geschichte. – Ich selbst hatte meinen Spaß damit südspanische Musikvideos auf Youtube anzuschauen, über meinen Neuseeland-Lautsprecher zu verstärken und mich mit dem Wirt darüber zu unterhalten. Außerdem war ich überaus fasziniert von den Weinpreisen. Der Wirt wiederum war fasziniert von meiner Fähigkeit, meine Sprachgewandtheit zu potenzieren je öfter ich die Weinpreise lobte. Ich war davon ebenfalls fasziniert. Der Abend endete in einer anderen Bar voller Faszination über lauter faszinierende Dinge an die ich mich leider nicht mehr so richtig erinnern kann. Fascinando!

Stuttgart 21 ???Am nächsten Tag wäre ich unterwegs versehentlich fast falsch abgebogen.

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Auf alle Fälle privat, was auch immer.Was das Schild nun wirklich heisst, weiss ich nicht und will ich auch eigentlich gar nicht wissen. Meine Sprachkenntnisse vom Voraben hatte ich inzwischen wieder eingebüßt. Erstaunlicherweise ist das Schild jedoch immer ein einem Gebüsch oder im Wald zu finden. So kann man sich den Rest leicht zusammenreimen.

BrombeerenSpanien ist ein wahres Schlaraffenland: Verhungern tut hier keiner. Am Wegesrand gibt es haufenweise Nahrung, die einen selbst dann weiter radeln lässt, wenn man das Frühstück mal wieder ausgelassen hat. Die Büsche, voll mit wilden Brombeeren, zieren mitunter ganze Feldwege und sind mehrere Meter hoch. Dazu kommen Maisplantagen, Äpfel- und Birnenplantagen, Pfirsiche und was sich sonst noch zum Steinobst dazugesellt. Etwas weiter südlich dann Zitronen und Orangen. Die Tomaten, Feigen und Kaktusfeigen nicht zu vergessen. Wenn man sich aber den ganzen Tag (so wie ich) nur von Brombeeren, vermatschten Aprikosen, rohen Maiskolben und vergifteten, unreifen Birnen ernährt, braucht man sich am Abend nicht weiter wundern wenn der Bauch nach dem Landebier ganz komisch blubbert und man ein paar Stunden später mit Bauchschmerzen im Zelt liegt und zumindest die Birne verflucht. Die hätte nämlich wirklich nicht sein müssen.

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Gewitter über den PyrenäenEin Gewitter zieht über den Pyrenäen auf und die Grashalme wiegen sich im Wind. Aha.

Camping Maite, EscalaNachdem ich von meinem Stammcampingplatz in Escala erstmal recht unhöflich abgewiesen wurde: „Sie hätten absolut keinen Platz mehr frei. Nein auch nicht nur für ein kleines popeliges Zelt. Und bei dem ganzen schlechten Wetter in Spanien kommen die Gäste ja auch nur dann, wenn die Sonne scheint und so weiter und so fort…“ Und Tschüss! – Ich hab einen viel besseren gefunden. Meinen neuen Stammcampingplatz! Viel näher am Meer, am Supermarkt, an der Piano Bar (was leicht ist, wenn man eh schon näher am Meer und am Supermarkt ist) und sogar mit See in der Mitte. (!) Ja genau. Mit See in der Mitte. Wo gibts denn so was? Ein Campingplatz am Meer mit See in der Mitte. Okay. Warum nicht gleich noch einen Fluss und einen Berg mit rein stellen… Und das Menü für 9,90 €. Nichts besonderes aber ordentlich mit allem, was in Spanien dazu gehört: Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise, Wein und Carachillo (Café mit Cognac).

Camping Maite, EscalaSelbstverständlich gabs auch n Zeltplatz am See.

EscalaDa ich zu dem etwas weiter entfernten schöneren Strand aufgrund eines eher mäßigen Bauchgefühls nicht zurück radeln wollte (doppelte Wege und so…), blieb ich heute beim Stadtstrand und schaute halt ’n bisschen dumm auf’s Wasser raus. Kann man ja auch mal machen.

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