Zurück zu neuen Kräften

28. August 2016

In der WG von Tine fand ich nicht nur etwas Ruhe, ich bekam sogar mein eigenes Zimmer. Da war sie endlich, meine Après-Rototom-Reha! Nun konnte ich wieder zu neuen Kräften finden. Und das tat ich auch und zwar recht zügig. Die Fahrradtour nach Valencia belohnte mich nach einer Nacht voller undefinierbarer Schmerzen mit einem unerwartet guten Gefühl am nächsten Morgen. Die üblichen Begleiterscheinungen einer Erkältung waren zwar noch vorhanden, aber ich fühlte mich wieder fit. Und nicht nur das, auch die Sache mit der fehlenden Kamera sollte sich an diesem Tag noch erledigen. Doch dazu gleich.

Dächer über Valencia
Erst einmal schauten wir nach einem ausgedehnten Morgen in einer befreundeten WG vorbei, wohin Tine für den nächsten Monat übersiedeln wollte. Juancho, ein seinesgleichen sehr lustig gekleideter Geselle, bot mir sogleich ein paar Sardinen an. Zwar hatte ich keinen großen Hunger, aber ablehnen wollte ich nun auch nicht. Die Sardinen, waren nicht wie erwartet bereits fertig und ihrerseits ein Überbleibsel vom Mittagessen oder dergleichen. Nein, er kramte sie eher aus dem hintersten Eck des Kühlschranks hervor, wo sie sichtlich seit einiger Zeit vor sich hin vegetierten. Mein nicht vorhandener Hunger verwandelte sich spontan in pure Abneigung, aber da waren sie schon in der Pfanne. Jetzt wurde es spannend. Wie konnte ich ihm ohne unhöflich zu sein nur klarmachen, dass ich davon allenfalls ein Stück probieren wolle? Die Sache erledigte sich nach dem Probierhappen dann Gott sei Dank von selbst, so versalzen waren sie. Offenbar war auch jeder weitere Mitbewohner dieser Meinung. So stimmte man mir beipflichtend zu, das Fettnäpfchen blieb mir erspart. Die Einladung zum Mittagessen erfolgte jedoch prompt. Diese konnten wir nun wirklich nicht mehr ablehnen. Währenddessen ergaben sich interessante Gespräche über den Verbleib meiner Kamera und die Möglichkeiten an eine neue zu gelangen. Ich war schon den ganzen Morgen auf der Suche nach brauchbaren Tipps für Second-Hand Läden. Der beste Tipp erfolgte jedoch durch eine App namens Wallapop, eine Art Flohmarkt fürs Handy, das sich in seiner Funktionsweise nicht weit von Tinder entfernt: Der gesuchte Artikel wird einem mit Angebotspreis staffelweise in einem Umkreis von 1 bis zu 20 km (oder auch mehr) angezeigt und bei Interesse kann man recht einfach mit dem Verkäufer in Kontakt treten. – Das beste Angebot des Tages befand sich gerade mal einen Häuserblock weiter. So dauerte es keine Stunde und ich hielt eine gebrauchte Nikon D3100 für schlappe 180 Euro in den Händen. – Kein übler Ersatz für meine bisherige Reisekamera, eine D5000. Es konnte nun also endlich weiter gehen mit der Fotografie!

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Gemütlichkeit am Nachmittag im Olegari
Das wurde in dem wirklich netten Restaurant „Olegari“ natürlich erst einmal ausgiebig gefeiert. Als Spezialität des Hauses, werden einem hier kleine, handflächen-große Pizzen serviert, die ähnlich wie auf dem Rototom ganz nach Laune des Kochs und um Missverständnisse zu vermeiden, rein vegetarisch belegt, serviert werden.

Toilette im Olegari
Zu ganz anderen Ungereimtheiten kann die dortige Beschriftung der Toiletten führen. Man muss sich schon ganz genau in die Thematik rein denken, um zu begreifen, was es mit den Pizzastücken auf sich hat. Verfehlt man die Idee nur knapp, kann es zu ganz anderen Überraschungen kommen.

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Zugfahrt in Valencia
Ein ebenfalls sehr nettes Schild begegnete mir während einer Bahnfahrt in die Innenstadt: Im Falle eines Notfalls, kommt man sich hier sicherlich sehr dämlich vor, wenn sich der Hammer, mit dem man die Scheibe einschlagen soll, hinter der Scheibe befindet, die man damit einschlagen soll.

Automaten mit denen man erst mal klarkommen muss
Oder dieser kleine Automat im Eck einer Dönerbude, der den modernen Raucher mit all jenem ausstattet, was er außer Tabak noch so benötigt. Allerdings ist seine Funktionsweise nicht immer auf Anhieb ersichtlich. Mit dem Finger auf das gewünschte Produkt zeigen, reicht leider nicht. Wenn der Automat einem lieber ein Päckchen Kaugummi serviert, dann tut er das eben.

Benimaclet
Dass in einer Stadt, die einen mit so verrückten Dingen, wie etwa diesem Haus, begrüßt, noch einige andere Überraschungen auf einen warten, muss nur wenig verwundern. Ich konnte während der Tage in Valencia dank Tine meine Akkus (nicht nur die elektrischen) jedenfalls wieder aufladen und mich exakt eine Woche nach dem Rototom auf den weiteren Weg in Richtung Südwesten machen. Dafür sei ihr und auch ihrer Freundin Anna, die für ein paar Tage zu Besuch kam, an dieser Stelle wirklich nochmal herzlich gedankt. Ohne euch läge ich wahrscheinlich immer noch zwischen Paradiesvögeln und Absperrbändern am Strand von Benicassim und hätte mich vor lauter Verdruss mit einer Slackline an einen Baum gekettet, darauf wartend, dass der Frühling kommt.

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