Zurück zur Natur

29. August 2016

Von Valencia nach Rugat

Nach der nun doch etwas längeren Reha-Pause fehlte mir für die heutige Weiterfahrt zwar immer noch etwas die Puste, aber das würde sich, bis ich die Berge erreiche, schon noch einrenken. – So zumindest der Plan. In Valencia selbst war nun auch endlich das langersehnte Raumschiff aus dem französischen Bugarach eingetroffen. Warum es sich die Mühe machte, hier einen Zwischenstopp auf seinem Weg zu den Sternen einzulegen, und das auch noch ausgerechnet in einem Swimmingpool, steht in den selbigen. Ich war jedenfalls schneller. Aber das habe ich ja bereits anno 2013 in der Schweiz bewiesen.

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Seit dem Rototom schleppte ich außer meinem ganzen Übergepäck nun auch noch einen Ersatzreifen mit. Der hintere gab nun schon zum zweiten Mal während Alfreds Laufbahn als Reiserad so langsam den Geist auf. Da ich ungern mit 50 Kilo auf der Felge daherkomme, hatte ich mir bei Radsport-Koch einen neuen Reifen bestellt. Der hat jetzt zwar ein anderes Profil, aber das macht Alfred eigentlich nur noch um eine weitere Facette reicher.

Alfred und sein neuer Reifen
Nach längerer Fahrt über die Ebenen der Albuferas südlich von Valencia ging es dann doch noch irgendwann ans Eingemachte und ich sah mich seit langer Zeit mal wieder mit einem ordentlichen Berg konfrontiert. Netterweise machte er einen nach jedem einzelnen der 5 Kilometer, die er währte, mit der durchschnittlichen Steigung des nächsten Kilometers bekannt. Bis ich dieses Konzept begriff, war ich allerdings schon fast oben.

Simat de la Valldigna
Eigentlich hatte ich mir als Ziel des heutigen Tages einen Campingplatz mit dem vielversprechenden Namen „Natura“ ausgesucht. Daraus sollte natürlich nichts werden, wie konnte dem auch anders sein. Dem späten Start gegen 2 Uhr mittags und meiner immer noch recht mickrigen Kondition sei es gedankt. Unverhoffter Weise begegnete ich jedoch genau just in dem Moment, als ich mir über dieses Schlamassel bewusst wurde einem kleinen, unscheinbaren Schild, das auf einen noch kleineren und noch unscheinbareren Campingplatz in der Nähe von Brax verwies. Perfekt. Hier gab es zwar fast nichts. Auch das Restaurant war, als ich ankam, bereits im Begriff zu schließen. Wie es zudem den Anschein hatte, war es der örtliche Sheriff, der sich nebenberuflich mit dem bisschen Rezeptionsarbeit herumschlug, das auf einem solchen Campingplatz eben selbst dann anfällt, wenn nichts los ist. Für mich war das perfekt. Ein ordentlich belegtes Bocadillo und ein Landebier konnte ich nach meiner Ankunft gerade noch abgreifen. Was will man mehr?

Berge südlich von Valencia
Am nächsten Tag befasste ich mich also mit den restlichen 24 km, die vom Vortag noch übrig waren und war heilfroh, dass ich mich derer abends um halb 8 Uhr nicht mehr angenommen hatte. Aus irgendeinem Grund, den ich nicht näher definieren konnte, dauerte es nämlich sage und schreibe gute 5 Stunden bis ich das finale Ziel erreichte. Unter anderem mag das zwar an der schönen Landschaft gelegen haben, der es an Fotomotiven nicht gerade mangelte. Aber vielleicht war ich auch einfach nur faul.

Jakobsweg?
Ich könnte natürlich auch sagen, ich hätte ein paar gute Stunden damit zugebracht, mir, in Anbetracht dieses gelben Pfeiles hier, über die weitere Wegstrecke den Kopf zu zerbrechen. – Aber so war es einfach nicht. Auch wenn er partout nicht in meine Richtung zeigen wollte. Selbst ein Kopfstand hätte da nicht viel geholfen.

Der Campingplatz „Natura“ hatte wie erwartet eine recht hübsche Lage (leicht unterhalb einer kleinen Bergkette, die mir auf dem weiteren Weg nach Alicante sicherlich noch im Weg herumstehen würde). Was die Kosten anbelangte, überraschte er zwar ein bisschen gen gehobenere Preisklasse, das hielt mich aber nicht davon ab, trotzdem ganze 3 Tage auf ihm zu verweilen. So lange sollte es noch dauern bis ich den Weg Richtung Alicante antreten konnte, um dort Rojan in ihrer Villa Entspannia zu besuchen. Momentan war sie noch auf einem kurzen Besuch in ihrer Heimat.

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Als Tipp am Rande: Sollte mal jemand eine geschlagene Woche auf dem Campingplatz hier bleiben wollen, bekommt er sogar noch 50 % Rabatt und darf wahlweise bei Minigolf-Turnieren mitmachen oder eine Runde im Jeep drehen. Als gebürtiger Schwabe musste ich mir diesen Deal verständlicherweise nochmal gründlich durch den Kopf gehen lassen, hatte er doch etwas durchaus reizvolles an sich. Die 50% hatte ich nach 3 Tagen eh schon fast bezahlt. Schlussendlich hatte ich mich bei Rojan ja aber bereits angekündigt und außerdem warf einen das Free-Wifi alle halbe Stunde aus dem Äther. So machte das Bloggen hier keinen richtigen Spaß. (Irgendwie ist es bezeichnend, dass ich seitdem gerade mal nur einen Artikel veröffentlicht hab. – Das ist immerhin 2 Monate her.) Bevor ich abreiste wurde ich von den Zeltplatznachbarn noch ordentlich zum Mittagessen eingeladen, was zwar ein klein wenig seltsam aber irgendwie auch wahnsinnig nett war. Zusätzlich gab’s noch ordentlich Obst und lecker türkischen Honig für die Weiterfahrt. Danke Emilia! (…oder hieß ihr Mann Emilio??? Hmm…)

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