Gepflegt ist der Mann

Was gehört ins Gepäck? – Der Packlisten-Guide für die Fahrradreise

Um ehrlich zu sein, beim sogenannten Kulturgepäck verhält es sich so ähnlich wie bei den Klamotten: Im Prinzip könnte man es auch auf eine Zahnbürste und ein Stück Seife runter brechen. In Wahrheit neigen wir aber tendenziell eher dazu unser komplettes Badezimmer mitzunehmen. Was schön ist, denn sonst hätte ich hier nichts mehr, über das ich schreiben könnte. Außerdem, wer feilt sich seine Fingernägel schon gerne an einem Stück Felsen ab? Eben.

Anmerkung des Autors: Die folgende Auflistung kultureller Güter bezieht sich aufgrund von absoluter Unwissenheit nur auf die männlichen Radreisenden unter uns. Sorry Mädels, ihr habt da sicherlich andere, mir absolut fremde Bedürfnisse. – In diesem Sinne freue ich mich über einen Gastartikel.

Wie immer gilt trotzdem auch hier:

Rot = Das kannst du getrost zu Hause lassen.
Gelb = Nimm es nur mit, wenn du dir sicher bist, dass du es wirklich brauchst.
Grün = Wenn du das nicht einpackst, bist du selbst schuld.


1. Der Kulturbeutel

Ich verzichte im folgenden darauf näher auf den Begriff des „Kulturbeutels“ einzugehen. Zu jeglichen etymologischen Fragen diesbezüglich, gibt das Internet oder der Lateinlehrer gerne Auskunft. Eines sei jedoch erwähnt: unabhängig von der Größe des Kulturbeutels (die je nach kultureller Verankerung von Mensch zu Mensch variieren kann), hat es sich als besonders praktisch herausgestellt, ihn, mittels eines oben angebrachten Hakens, irgendwo aufhängen zu können. So bleibt währen der morgendlichen Dusche alles schön trocken und auch sonst an seinem Platz. – Der persönliche Badezimmerschrank* zum mitnehmen sozusagen. Natürlich täte es auch hier eine einfache Plastiktüte.


2. Kopfwehtabletten

Schon wieder? Na gut. Hier wird der Kulturbeutel wohl zum Vorratsschrank. Wer’s braucht…


3. Magnesiumtabletten

Wenn ich mich recht erinnere, stand auf der Packungsbeilage „Kann abführend wirken“. Was dann wohl auch der Grund wäre, warum in dem Blister nur 2 Stück fehlen.


4. Zwei Zahnbürsten

Ich muss wohl nicht betonen, dass es absolut sinnvoll ist, wenigstens eine Zahnbürste mitzuführen. Warum sich hier in meinem Gepäck aber nun 2 davon tummeln, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Weder die Ausrede, sie hätte es im Supermarkt nur in der Doppelpackung gegeben zählt, noch war ich mit einem Tandem unterwegs. Es bleibt also der Fantasie des Lesers überlassen… Merke: Eine reicht! Ganz sicher.


5. Zwei Zahnpastatuben

Wer schon zwei Zahnbürsten mit sich herumschleppt, tut natürlich auch gut daran 2 Zahnpastatuben mitzunehmen. So ist das nun mal. Und daran lässt sich nicht rütteln.


6. Zwei Kondome

Okay okay. Sagen wir einfach mal ich hätte hier einen ausgeprägten Sinn zur Dualität an den Tag gelegt.


7. Zahnseide (Meterware)

Ich muss ganz ehrlich sagen, mir sind diese Zahnseide-Sticks mit Griff dran lieber. Auch wenn damit schon wieder ein Stück Einweg-Plastik mehr erzeugt wurde. …Man kann es ja ordentlich entsorgen. Zahnseide an sich ist für eine längere Reise allerdings nun wirklich als lohnende Investition zu betrachten. Wenn nicht gerade heute, dann zumindest spätestens beim Anblick einer ausländischen Zahnarztrechnung.


8. Gleitgel

Hmmm… das hat mir glaube ich irgendjemand zugesteckt.


9. Taschentücher

Warum das nun alles genau in dieser Reihenfolge auf dem Fußboden liegt? … Fragt mich was leichteres.


10. Rasierapparat

Naja, als 3-Tage-Bart-Träger, der keine 3 Tage auf seinen Bart warten möchte, bleibt mir ein solcher „Body-Shaver“ nicht erspart. Und wie der Name schon sagt, lässt sich damit so ziemlich alles rasieren, inklusive des Haupthaars. Muss es aber nicht. Der Reisende von Heute muss sich eigentlich gar nicht mehr rasieren. Das ist eh total hipp und spart obendrein noch Gewicht.


11. Nagelknipser

Als Kombi-Lösung von Nagelschere und Nagelfeile sehr zu empfehlen. Ansonsten tut es wie bereits erwähnt auch ein Stein.


12. Nagelfeile

Als Alternative zum Stein sehr zu empfehlen. Ansonsten eher vernachlässigbar, vor allem wenn man einen Nagelknipser dabei hat.


13. Nagelschere

Wird so gut wie nie und wenn dann ausschließlich nur zum Schneiden der linken Fingernägel genutzt. Versucht man damit seine rechten Fingernägel zu schneiden, ist man sichtlich froh noch einen Nagelknipser dabei zu haben. (Gilt nur für Rechtshänder.)


14. Schmuck

Zugegeben, es ist schon ganz nett ein bisschen Auswahl zu haben, was die persönliche Abendgarderobe anbelangt. 3 Ketten sind hier aber ganz klar übertrieben. Und selbst das Armband aus Gambia hab ich, sofern ich weiß, nur mitgenommen, um es irgendwann einmal zu reparieren. Was ich natürlich fein gelassen hab.


15. Wattestäbchen

Bei all den Käfern, die einem auf einer Fahrradreise vermeintlich in die Ohren fliegen, sind sie sicherlich nicht die schlechteste Investition im Gepäck. Allerdings braucht man sie so selten, dass man sie sich bestimmt auch irgendwo schnorren könnte.


16. Japanisches Heilpflanzenöl

Nun ja, ich muss sagen, dass man es nicht eingepackt hat, merkt man erst, wenn man es wirklich mal braucht.


17. Propolis-Extrakt

Wäre dann in meinem Sinne die Ergänzung in der rudimentären Natur-Reiseapotheke. Also warum nicht…


18. Eine dreckige Binde

Wohlgemerkt zum Verbinden von Wunden. Aber auch dafür nur bedingt geeignet. Also besser mal wieder waschen.


19. Tigerbalsam

Eigentlich sieht es so aus: Wer bereits das Heilpflanzenöl dabei hat, kann sich den Tigerbalsam sparen. Und dabei belass ich’s jetzt auch.


20. Wäschewaschpaste

Damit ließe sich zumindest die oben erwähnte Bind schon mal von dem gröbsten Schmutz befreien. Auch sonst ist man sicherlich froh, ab und zu mal wieder ein paar frische Unterhosen zum Anziehen zu haben. Und da Campingplätze oder dergleichen das Waschmittel meist zu Schleuderpreisen verkaufen, würde ich ganz klar sagen: „Rei ins Gepäck!“


21. Haargel oder sowas ähnliches

Braucht kein Mensch auf der Reise. Vor allem dann nicht, wenn er einen Hut trägt.


22. Weiße Salbe

Das, meine Damen und Herren Leser, ist nun wirklich ein wahrer Alleskönner! Selbst meine Großmutter schwor auf diese Salbe und hätte damit sicherlich nie ihr Haus verlassen, sofern sie denn im späten Alter noch groß verreist wäre. Und Großmütter – das ist kein Geheimnis – wissen nun mal Bescheid.

Diese Salbe taugt einfach für alles! Ob es der wundgefahrene Hintern ist oder die ausgetrockneten Schleimhäute, die von der trockenen Luft zerschlissenen Lippen oder ein schlichter Insektenstich. Weiße Salbe schafft Abhilfe. Leider gibt es sie nur in einer kleinen Apotheke in Heidenheim (Schloss-Apotheke) zu kaufen. Dort wird sie auch hergestellt. Zum Glück kann man sie aber bequem zu sich nach Hause bestellen.


23. Hämorriden-Creme

Es ist zwar ein klein wenig peinlich, aber nach 4000 km auf dem Fahrradsattel nun doch nicht mehr so. Im Gegenteil, betrachtet man es im richtigen Licht, gleicht es fast schon einer Trophäe. So ähnlich wie ein abgefrorener Zeh nach einer Mount Everest Besteigung. – Zugegeben, eine Trophäe auf die man verzichten kann. Also wird man auch den Teufel tun und die entsprechende Salbe schon von Anfang an im Gepäck dabei haben.


24. ilon Protect Salbe

Hatte ich als Promo-Geschenk von meinem Fahrradhändler erhalten. Dieser hatte es wiederum als Promo-Geschenk von der Firma ilon erhalten. Und diese dachten sich wohl, da die Salbe eh nichts bringt, außer gut nach Alpen-Kräutern zu riechen, verschenken wir sie halt und schauen mal wie die Resonanz ist. Die Resonanz könnte man nun rückblickend auf Nummer 23 erahnen, was aber nicht der Wahrheit entsprechen würde. Die Wahrheit ist, dass ich diese Salbe, nach zweimaliger Benutzung, die weitere Reise über als absolute Notreserve im Gepäck gelassen hab. Allerdings bezweifle ich auch, dass in allen anderen Fällen Nummer 23 erst nach 4000 km Erwähnung gefunden hätte.


25. Nadeln

Im Sinne eines Necessaires, was ganz einfach ein anderer Begriff für Kulturbeutel ist, könnte man die Nähnadeln schon im Kulturbeutel aufbewahren. Sobald man allerdings mehr damit anstellen möchte, als einen Spreisel herauszufummeln und man den nötigen Garn in einem völlig anderen Beutel suchen muss, stellt sich die Frage nach dem „Warum“. Die Antwort bleibe ich euch schuldig. Die Frage nach dem anderen „Warum“, nämlich „Warum so viel?“ lässt sich allerdings recht einfach beantworten: Nachdem ich nämlich die zwei einzelnen Nadeln, die ich ursprünglich dabei hatte, während des Rototoms irgendwo in meinem Zelt verloren hatte, lies sich Nachschub zwecks Reparatur meiner zerschlissenen Hose nur im Fachgeschäft für chinesische Massenproduktion organisieren. Und wie der Name schon sagt: Einzelne Nadeln gibt es dort nicht.


26. Nottaschenlampe

Hat noch nie geschadet, braucht allerdings auch keiner. Vor allem nicht im Necessaire.


27. Insektenschutz

Spätestens seit einer Nacht in der Hängematte an der Ardèche und der damit verbundenen, ungewollten Verjüngungskur zum pubertierenden Teenager am nächsten Tag, gehört Insektenschutzmittel ganz klar zur Gepäckkategorie „grün“.


28. Duschgel

Vielleicht sollte man an irgendeiner Stelle einfach auch mal aufhören, jedes Gepäckstück zu kommentieren. Insbesondere dann, wenn es sich um so eine alltägliche Sache wie Duschgel handelt. Was soll man denn da schon schreiben? Nun ja, wer es zu Hause lässt, stinkt halt.


29. Deodorant

Wenn man nun wirklich mal das Duschgel zu Hause gelassen hat, fände man hieran mit Sicherheit eine kurzzeitige Alternative. Ich halte es aber lieber anders herum und lasse das Deo zu Hause.


30. Parfum

Für den ganz besonderen Abend. 😉

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