Fahrradpflege und so…

Was gehört ins Gepäck? – Der Packlisten-Guide für die Fahrradreise

Spätestens nach den ersten 500 km auf einer Fahrradtour stellt sich irgendwann die Frage, ob das ganze Tretteln und Strampeln nicht leichter von den Füßen ginge, wenn man mal den ganzen Schmodder von den Ketten entfernen würde und ihnen, wenn man gerade schon dabei ist, eine leichte Ölung verpassen würde. In diesem Fall ist es ungeheuer praktisch ein paar Utensilien für ein solches Unterfangen bei sich zu haben. Natürlich könnte hierfür auch ein altes, durchgewetztes Shirt aus dem Reisegarderoben-Beutel herhalten. Aber wir nehmen einfach mal an, dass so etwas nach den ersten 500 km nur wiederwillig aufzufinden ist. Auch empfiehlt es sich für die eine oder andere Fahrradpanne gerüstet zu sein.

Im folgenden möchte ich also vorstellen: Meine kleine Fahrradwerkstatt.

Wie immer gilt:

Rot = Das kannst du getrost zu Hause lassen.
Gelb = Nimm es nur mit, wenn du dir sicher bist, dass du es wirklich brauchst.
Grün = Wenn du das nicht einpackst, bist du selbst schuld.


1. Ein paar Spannfix

Diese kleinen Alleskönner sind noch ein paar Überbleibsel meiner Ära als Veranstaltungstechniker. Im Prinzip handelt es sich dabei um nichts anderes als Gepäckgummis im Mini-Format. Schnell lässt sich damit Allerlei an alles möglichem befestigen: Ob es nun das Fahrradschloss ist, das irgendwo am Rahmen untergebracht werden muss; die Gepäcktasche die nach 3 Touren nun doch schon etwas gelitten hat und deren Aufhängung stabilisiert werden muss; oder einfach nur der Pilgerstab stilvoll am Lenker befestigt werden will. – Nahezu alles ist möglich!

Hier gibt es sie zu kaufen:


2. Ein Fahrradschlauch

Sollte man beim Flicken desselbigen allmählich verzweifeln, ist es ratsam einen Ersatz-Schlauch* im Gepäck zu haben. Gerne dürfen es auch zwei sein.

Anmerkung: Der hier aufgeführte Link führt zu einem 28“ Schlauch. Das dieser nicht für jedes Fahrrad passt, ist meiner Ansicht nach selbstverständlich. Solltet ihr eine andere Reifengröße haben, könnt ihr euch ja einfach den passenden raussuchen.


3. Flickzeug

Ja, manchmal lohnt es sich am Schlauch-Verschleiß zu sparen. Entweder hat man bereits alle Ersatz-Schläuche aus dem Gepäck aufgebraucht, aus Versehen doch die Falsche Größe eingepackt oder man ist einfach ein stolzer Schwabe und mach da auch keinen großen Hehl draus. Flickzeug* gehört meiner Ansicht nach also wirklich in jedes Gepäck. Gerne darf damit auch mal etwas übertrieben werden. – So etwa in meinem Fall, als ich versuchte irgendwo in der spanischen Wüste 10 identisch große Löcher mit jeweils einem halben Flicken zu stopfen. Damit war also das Flickzeug aufgebraucht und die Luft blieb, wie man sich denken kann, trotzdem nicht drin. Man merke sich also: In jedem Fall lohnt sich ein Ersatz-Schlauch*.

Mehr zu dieser Begebenheit gibt es übrigens hier in meinem Blogbeitrag nachzulesen: Wüstenkur – Von Villajoyosa nach Los Banos de Fortuna


4. Reifenheber

Tja, ohne sie ist man ziemlich aufgeschmissen, wenn man mal wieder versucht mittels Gabel und Küchenmesser den Reifen von der Felge zu hebeln und dabei trotz aller Liebe mehr kaputt macht als es eigentlich ursprünglich nötig gewesen wäre.


5. Ein Multitool

Ein Multitool* ist wie der Name schon sagt multifunktionell einsetzbar und sollte deswegen auch im Gepäck nicht fehlen. Dabei belass ich’s jetzt einfach mal.

Wichtig: Kettennieter sowie Nippelspanner sollten vorhanden sein …so komisch sich das auch anhört.


6. Eine Plastiktüte

Hab ich schön erwähnt, das eine Plastiktüte mitunter das sinnvollste Gepäckstück darstellt, das man mit sich herumschleppen kann? Nein? – So hole ich das nun nach:

Natürlich findet sich eine Plastiktüte in jedem Supermarkt und neuerdings auch an so manchem Laternenpfahl nahe des örtlichen Hunde-Spazierwegs. Von daher ist man nicht gerade aufgeschmissen, sollte man vergessen haben, eine einzupacken und müsste dementsprechend nach 100 km auch nicht nochmal umkehren oder so. Aber mal ganz erhrlich: So ein verkanntes Allround-Talent ist mir seltenst untergekommen.

Zunächst einmal kann man in eine Plastiktüte alles mögliche reinpacken. Damit sorgt man für Ordnung und Sauberkeit im Gepäck (siehe auch Beitrag: Die Zutaten einer Reiseküche https://fernerleben.de/zutaten-einer-reisekueche/); man kann damit seinen selbst verursachten Müll vorzüglich bis zum nächsten Mülleimer transportieren oder unterwegs seinen eigenen kleinen Beitrag für eine sauber Umwelt leisten. Zu guter letzt lässt sich damit auch alles mögliche, was nicht nass werden darf, vor plötzlich eintretendem Regen schützen. Man sieht: Wer einer Plastiktüte nicht die nötige Würde im Gepäck erweist, ist ganz schön schnell ganz schön aufgeschmissen.


7. Ein dreckiger Lappen

Wohl bemerkt, zu Beginn war er nicht dreckig, aber irgendwann lies sich das dann nicht mehr vermeiden. Ihn benutzt man beispielsweise zur Reinigung der Zahnkränze oder der Kette. Am Anfang macht das auch durchaus Sinn. Doch irgendwann schmiert man damit mehr Dreck um sich, als man im Stande ist aufzuwischen. Deswegen sei seine Sinnhaftigkeit mal dahingestellt.


8. Drei fröhlich bunte Zahnbürsten

Tja, so bunt sie sind, auch ihre Sinnhaftigkeit sei dahingestellt. Drei an der Zahl müssen es natürlich auch nicht sein. Genau genommen nicht einmal eine. Zwar dringen ihre Borsten auch in die noch so kleinsten Zwischenräume der einzelnen Kettenglieder vor, aber auch das bringt irgendwann nichts mehr, wenn man den ganzen Schmodder nur wenig bis gar nicht aus ihnen entfernt kriegt. In diesem Zusammenhang sind sie also nur einmal bis gar nicht zu gebrauchen und ich muss mich langsam fragen, warum ich sie nicht längst weggeschmissen hab.


9. Kettenöl

Ich hab ja bereits so meine Erfahrungen mit Kettenöl* gemacht. Und muss zusammenfassend feststellen, dass mir jenes zum Aufsprühen am liebsten ist. (Die andere Variante hat sich immer über Bremsen, Hose und Fahrradsattel spontanentleert, weil bei zu starkem Druck auf die Falsche der Ausfüllstutzen herausgeploppt ist.) Zugegeben, man braucht nicht viel davon. Und viel zu viel davon kann vor allem in den Kugellagern irgendwann zum Gegenteil der ursprünglich beabsichtigten Wirkung führen und alles was sich irgendwie drehen soll völlig verkleistern. Aber ein paar Tropfen Öl haben nach erfolgreicher Kettenreinigung noch nie geschadet. Auch hin und wieder etwas davon in die Kugellager bewirkt wahre Wunder und führt schnell zu Überraschungen was die persönliche Tagesleistung angeht. Deshalb: Ich packe in meinen „Koffer“ …auf jeden Fall ein Fläschchen Kettenöl*.


10. Feuchte Reinigungstücher

Sie haben letztendlich, was Zweck und Nutzen angeht, den dreckigen Lappen, wie auch die Zahnbürsten-Kombi ersetzt. Umwelttechnisch, wie auch in Bezug auf das Packvolumen und das Gewicht sind sie vielleicht nicht ganz einwandfrei, jedoch hat es einfach einen immensen Vorteil, seine Kette und alle anderen Fahrradbestandteile regelmäßig mit frischen Tüchern zu reinigen, die dazu noch nach Zitrone duften! Reisfest sind sie auch, was sicher jeder schonmal bemerkt hat, der sie die Toilette hinuntergespült hat, um daraufhin die Rohrreinigungsfirma mit der Reinigung der Reinigungstücher zu beauftragen. Manche Tankstellen haben auch spezielle Reinigungstücher für Straßenschmutz und Öl im Angebot. Im Prinzip sind es aber die gleichen, bis auf dass das Etikett etwas weniger an Hausarbeit im Allgemeinen anmutet, was dem einen oder anderen Männer-Ego auf einer Fahrradtour vielleicht wichtig ist.

Ganz wichtig: Bitte verwechselt diese Reinigungstücher* nicht mit jenen Reinigungstüchern für Gesicht oder Popo. Weder in der einen, noch in der anderen Weise. Wer seinem Fahrrad allerdings so wie ich einen Namen gibt, der darf ihm sicherlich auch ein bisschen Aloe Vera auf die Kette schmieren, ohne sich deswegen gleich einen Fetisch auf die Stirn schreiben zu müssen. Den kriegt man auch mit den allerbesten Reinigungstüchern nicht mehr ab. Ob das allerdings zweckdienlich ist, wage ich zu bezweifeln.

 

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