Passiert mir sowas jetzt jeden Tag?

20. Juni 2016

Tag 9 – Von Saint-Etienne-de-Saint-Geoirs nach Saint-Barthélemy-de-Vals

Nach einem weiteren Renovierungstag bei Antonin, fiel der Abschied am Montag fast schon etwas schwer. Allerdings waren alle im Haus dabei noch die letzten Arbeiten zu erledigen bevor die Familie am Nachmittag eintraf und so war man sicherlich auch froh, als ich mich verabschiedete. Auch ich bemerkte, dass sich langsam ein gewisser Stressfaktor breitmachte und so beschloss ich zügig weiterzufahren. Das Wetter hatte sich in Frankreich nun letztendlich zum Guten hin eingepegelt, was mich im Gebirge vor Roybon etwas ins Schwitzen brachte. Aber schließlich erwartete mich nach den knappen 20 km Anstieg eine gut 40 km lange Abfahrt die Galaure hinunter bin hin zur Rhone. Da hab ich meinen Schnitt kurz mal auf gute 25 km/h hochgeschraubt. Yes!

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Roybon
In Roybon gibt es irgendwie ein Center-Park Problem. Aber das sei hier nur am Rande erwähnt. – Als genüge es den Holländern nicht bereits an den ganzen Campingplätzen… Seis drum.

Kurz bevor ich dann zur Rhone stieß, winkte mir nach einer Brücke am Straßenrand eine Frau zu. Ich hielt an und fragte, wie ich denn behilflich sein könne. Das, so meinte sie, wäre nicht der Fall. (Erstes Fragezeichen über dem Kopf.) Wo ich denn hin wolle? – Zur Rhone antwortete ich. – Wo ich denn schlafen würde? – Weiss ich noch nicht. (War gelogen, eigentlich wollte ich auf irgendeinen Campingplatz.) – Ob ich denn bei ihr schlafen und Essen wolle? (Zweites Fragezeichen über dem Kopf. – Passiert mir sowas jetzt jeden Tag?) – Etwas skeptisch gab ich ein höfliches „Ja, gerne.“ zum besten, ließ es mir aber zuvor nicht nehmen, eine Erklärung einzufordern, was sie denn eigentlich hier so triebe? Ob sie hier den ganzen Tag stünde und so? – Nein, sie wäre an mir vorbeigefahren und ich wäre nicht der erste Reisende den sie gerne eine Nacht bei sich aufnimmt. Deshalb habe sie angehalten. (Ich konnte die Fragezeichen über meinem Kopf in diesem Moment eigentlich gar nicht mehr zählen. Deshalb hab ich einfach mal zugesagt und würde alles weitere auf mich zukommen lassen.) Es erwartete mich ein idyllisches Einfamilienhaus, die eine Tochter lugte aus der Türe zum Hallo-Sagen heraus, die andere war noch mit dem Vater unterwegs. Na ja, passt doch, dachte ich mir. Genug der Skepsis, manchmal passieren halt solche Dinge. Auch gerne zweimal hintereinander und wie es den Anschein hat vor allem auf diesem Weg.

Danke an dieser Stelle also auch an Généviève, ihren Mann Fréderique und den beiden Töchtern Luise und Inès. Es war ein sehr schöner Aufenthalt bei euch. Danke für euer Vertrauen.

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1 comment

  1. Comment by Mirna

    Mirna Reply 25. Juni 2016 at 19:28

    Lieber Tobi. Ich freue mich zu lesen, dass es dir gut geht und dass du deine Reise genießt . Ich wundere mich nicht, dass du so tolle Leute triffst. Du hast eine besondere Ausstrahlung !! 😉

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